mediathek der stadt graz 2001

transformierung eines leerstehenden geschäftslokals zu einer mediathek als erweiterung des angebotes der stadtbibliothek. es ging darum, mit wenig geld ein robustes ambiente herzustellen, das das das überwiegend junge publikum anspricht. es wurden also die einrichtungsgegenstände aus stahl mit naturoberfläche hergestellt, stahlträger und betonscheiben der neuen unterfangungen offen gezeigt, trennwände für den servicebereich und die neuen sanitäranlagen bestehen aus acryl stegplatten ebenso wie die bis jetzt realisierten teile der neuen fassadengestaltung. die böden, parkett und terrazzo, die unter kunststoffbelägen zutage traten, wurden saniert und ergänzt, die trennlinien folgen wie zufällig den nicht mehr existierenden zwischenwänden.

auf ein herkömmliches beleuchtungssystem wurde ebenfalls verzichtet, statt dessen wurden kabeltassen abgehängt, je zwei stück parallel, stark-und schwachstrom, mit dazwischen liegenden leuchtstoffbalken.
auf diese art ist die elektrische und elektronische ausstattung des lokals jederzeit und einfach adaptierbar und nachrüstbar. teil der entwurfsarbeit war das entwickeln neuer möbeltypen, wie zum beispiel des mediathek hockers, der eher eine stehunterstützung denn ein sitzmöbel ist.
abgeleitet von meiner unart, mich im atelier auf die kanten der zeichentische zu setzen, hat er ebendiese zeichentischhöhe und erlaubt eine entspannende haltung, praktisch ein lümmeln, das irgendwo zwischen sitzen und stehen liegt. die ruhigen oberflächen sollen sollen das visuelle chaos, das die unmenge von video- und cd- hüllen erzeugt, auffangen und den raum gewichten. die handfesten oberflächen und klaren formen entsprechen dem lebensgefühl der user und auch der betreiber. die positiven rückmeldungen kommen aus allen bevölkerungs- und altersgruppen, manche meinten: “schade,dass das hier kein beisel ist.”